Drei Wege, das Tempo des Lichts zu halten, wie MIDI Clock auf einem und zwischen zwei Rechnern läuft und was hilft, wenn die Quelle nur Ableton Link spricht.
MIDI Beat Clock. Die Musikquelle schickt 24 Ticks je Viertel, das Pult
rechnet daraus das Tempo und folgt fortlaufend. Genau das braucht man auf der
Tanzfläche und in jedem Set, in dem sich das Tempo bewegt.
Timecode. MTC oder Art-Net-Timecode geht gar nicht um Tempo, sondern um
Position: eine fest durchgeplante Show, in der bei 2:14 ein bestimmtes Cue
sitzt. Dazu gibt es einen eigenen Artikel.
Der Rest hier handelt vom zweiten, denn dort stecken die Fragen.
Bei uns einschalten
Einstellungen → MIDI, das Häkchen «Dem Tempo der MIDI Clock folgen».
Daneben steht die Anzeige: MIDI Clock: 128.0 BPM, wenn die Quelle lebt, und
«Keine MIDI Clock», wenn nicht.
Die Anzeige läuft immer, das Folgen nur mit dem Häkchen — und das ist
Absicht. Die Hälfte aller Synthesizer und Drumcomputer schickt freilaufend
eine Clock, und Folgen ab Werk hieße, dass bei manchen Leuten das Tempo
ungefragt ein Eigenleben führt. Erst prüfen, ob die Anzeige erscheint, dann
das Folgen einschalten.
Solange die Clock führt, sind das BPM-Feld und die TAP-Taste gesperrt — mit
Hinweis, warum. Auch das ist Absicht: Ein Tap gegen eine laufende Clock
spränge binnen einer Zählzeit zurück, und das liest sich als Defekt und nicht
als «die Quelle führt».
An der Quelle einschalten
Die Clock-Ausgabe ist fast überall ab Werk aus und liegt in den
Sync-Einstellungen: in der DAW meist als «MIDI Clock Send» auf einen
bestimmten Port, in DJ-Software im Abschnitt Sync oder Link/MIDI. Wer diesen
Schalter nicht findet, sucht den Fehler im Pult vergebens: Ohne ihn geht über
das Kabel überhaupt nichts.
Verbinden
Ein Rechner. Es braucht einen virtuellen MIDI-Port: Die Quelle schreibt
hinein, das Pult liest heraus.
- macOS: der eingebaute IAC Driver (Audio-MIDI-Setup → Fenster MIDI
Studio), Gerät aktivieren und in beiden Programmen als Port wählen.
- Windows: einen eigenen virtuellen Port hat das System nicht, man installiert
ein kostenloses Fremdwerkzeug (am bekanntesten loopMIDI).
- Linux: ALSA bringt virtuelle Ports von Haus aus mit.
Zwei Rechner. Drei Varianten, vom Einfachen zum Sauberen:
- Ein MIDI-Kabel über ein beliebiges USB-MIDI-Interface. Langweilig, dafür
ohne eine einzige Einstellung und unabhängig vom Netz.
- Netzwerk-MIDI. Auf macOS eingebaut (MIDI Network Session im selben
Audio-MIDI-Setup), auf Windows braucht es das Fremdwerkzeug rtpMIDI. Es
läuft über dasselbe Netz wie Art-Net — kein zusätzliches Kabel.
- Eine Brücke aus Ableton Link, wenn die Quelle nur das spricht: Link
führt ein Brückenprogramm, die Brücke schickt MIDI Clock. Meist übernimmt
das die ohnehin installierte DAW.
Ableton Link: offen gesagt
Wir unterstützen es nicht. Der Grund ist nicht die Schwierigkeit: Die
Link-Bibliothek steht unter doppelter Lizenz — offenes GPL oder proprietär per
Vertrag mit Ableton —, und die erste verträgt sich nicht mit unserer. Dazu
kommt ein nativer Modul für drei Plattformen.
Der praktische Unterschied für Sie: Wo ein DJ vom eigenen Laptop Link über
WLAN fährt, brauchen wir eine Brücke in MIDI Clock. Ein Programm mehr in der
Kette. Alles Übrige — Tempo, Folgen, Phase — funktioniert gleich.
Diagnose: wo die Kette reißt
Sehen Sie auf die Anzeige in den MIDI-Einstellungen, sie teilt das Problem in
zwei Hälften.
Keine Anzeige. Beim Pult kommt nichts an:
- Die Clock-Ausgabe ist an der Quelle nicht aktiviert (mit Abstand am
häufigsten).
- Der falsche Port ist gewählt — virtuelle Ports gibt es meist mehrere.
- Der Port ist von einem anderen Programm belegt. Windows vergibt einen
MIDI-Port exklusiv: Solange die DAW ihn hält, bekommt ihn das zweite
Programm nicht.
Anzeige da, Licht nicht im Takt. Prüfen Sie den Effekt: Dem Tempo folgen
nur die, deren Periode in Beats steht, nicht in Sekunden. Das ist der
Umschalter neben dem Periodenfeld.
Tempo doppelt oder halb. Die Clock schickt immer 24 Ticks je Viertel, da
gibt es nichts zu lügen — die Quelle kann aber in einer anderen Unterteilung
zählen. Das behebt keine Einstellung: Stellen Sie die Periode des Effekts auf
2 oder 0,5 Beats.
Tempo zittert. Einen verlorenen Tick überstehen wir (das Tempo wird aus
dem MEDIAN der Intervalle berechnet, nicht aus dem Mittel — sonst zöge ein
einziger Verlust es um fünf Prozent). Systematisches Zittern lässt sich nur an
der Quelle heilen: ein ausgelasteter Prozessor und eine Kette von USB-Hubs
erzeugen genau das.
Zwei Quellen gleichzeitig. Die Führung übernimmt, wer zuerst spricht; die
anderen schweigen, solange sie lebt. Sonst mischten sich die Intervalle zweier
Geräte, und das Tempo schwankte um das Doppelte.
Phase: warum das Licht im Tempo, aber neben der Zählzeit läuft
Tempo und Zählzeit sind zweierlei. Aus dem Tickstrom kennt man das Tempo; wo
genau die «Eins» liegt, sagt allein die Nachricht Start, und die schickt
die Quelle beim Start von vorn.
Also: Mitten im Track verbunden, bekommen Sie das richtige Tempo, die Phase
kann das Pult nicht erraten. Starten Sie den Track von vorn (oder drücken Sie
an der Quelle Stopp-Start), und Effekte mit Periode in Beats setzen auf den
Anfang der Zählzeit.
Die Phase auf jeder Zählzeit nachzuziehen haben wir bewusst gelassen: Die
Tempo-Schätzung trägt immer einen Fehler, und ständige Korrektur wäre auf
langsamen Effekten als Ruckeln zu sehen — die Kur schlimmer als die Krankheit.
Was am Veranstaltungsort zu prüfen ist
- Ziehen Sie das Kabel und schauen Sie hin. Die Anzeige erlischt nach ein
paar Sekunden, das Tempo bleibt auf seinem letzten Wert — das Licht friert
weder ein noch läuft es davon. Das ist Absicht: mitten in der Nummer ist ein
Fehler von zwei Prozent besser als Stillstand.
- Testen Sie an einem echten Track, nicht am Metronom. Das Metronom ist
gleichmäßig, ein lebendiges Set nicht; an den Übergängen sieht man, ob die
Quelle mitkommt.
- Entscheiden Sie vorher, wer führt. Führt die Clock, ist das BPM-Feld
gesperrt — das sollte keine Entdeckung eine Minute vor Beginn sein.